Der neue Trend: „Upcycling“

 Aus Alt mach Neu – Der Grundgedanke

Beim Upcycling geht es, ähnlich wie beim Recycling, darum Müll zu vermeiden und vermeintlich abgenutzte Produkte einer weiterführenden Verwendung zuzuführen . Aus alten Produkten oder „Abfällen“ werden neue Produkte geschaffen und gleichzeitig ist das Upcycling auch ein Protest gegen die Wegwerfgesellschaft und ein guter Weg, um Ressourcen zu schonen. Die Modeindustrie produziert große Mengen Müll, und auch der Produktionsprozess ist aufgrund der langen Transportwege und eingesetzten Chemikalien meist alles andere als ökologisch und ressourcenschonend. Materialien aus Abfällen, wie etwa Probestoffe, Verschnitte, Farbmuster oder alte Kleidungsstücke, eignen sich meist hervorragend zur Weiterverarbeitung, und viele Materialien können nicht nur für dafür vorgesehene Zwecke verwendet, sondern auch anders eingesetzt bzw. zu anderen, gleich- oder höherwertigen Produkten weiterverarbeitet werden, wodurch der Mehrwert nicht verloren geht, sondern meist noch gesteigert werden kann – daher ist das Upcycling sogar noch wertvoller und umweltfreundlicher als das herkömmliche Recycling von Rohstoffen.

Auch immer mehr Näh-Begeisterte entdecken das Upcycling für sich. Alte Socken, das Lieblingsshirt aus dem letzten Jahr, ungetragene oder kaputte Jeanshosen und -Produkte, Handtücher oder Bettwäsche. All diese Textilien lassen sich wunderbar weiterverarbeiten und zu neuem Leben erwecken: Vom schicken Kleid aus Herrenhemden, warmen Socken oder süßen Kuscheltieren aus flauschigen Pullovern, bis hin zu Unterwäsche aus alten T-Shirts oder Tanktops – Deiner Kreativität sind keine Grenzen gesetzt.

Unzählige Möglichkeiten – Inspirationen zum Nähen

Du hast Stoffreste, doch keine Idee, was du damit anfangen könntest? Neben diesen Anregungen lohnt sich auch ein Blick auf Pinterest! Dort findest Du tausende tolle Anregungen zum Thema Upcylcing.

  • ·Kleine Handtücher und Waschlappen landen häufig, teilweise schon allein aufgrund einer unerwünschten Farbe, im Müll und lassen sich wunderbar upcyceln. Aus Reststoffen kannst du ganz einfach kleine Säckchen als Geschenkverpackungen oder zur Aufbewahrung basteln.

 

  • ·Gerade wenn die Reste zu klein für Kleidungsstücke oder größere Nähprojekte, aber dennoch zu schade zum Wegwerfen sind, könnte daraus eine tolle, bunte Patchwork-Decke, ein Kissen oder eine Tasche mit auffallendem Patchwork-Muster entstehen.

 

  • ·Kissenbezüge aus alten Hemden lassen sich besonders einfach und unkompliziert herstellen, da bereits eine Knopfleiste vorhanden ist und sich dadurch die Herstellung einer Wendeöffnung erübrigt.

 

  • ·Doch auch Krawatten gibt es, entsprechend der jeweiligen Mode, in den verschiedensten Längen, Breiten, Farben und Mustern. Häufig verstauben die tollen Accessoires in den Kleiderschränken der Männer und landen schließlich in der Kleiderspende oder gar im Müll, weil passende Anlässe zum Tragen eher rar sind. Dabei lassen sich aus Krawatten mit ein wenig Geschick sogar Kleider, Tops oder Röcke zaubern.

 

  • ·Hast du schon einmal darüber nachgedacht, aus kleineren, hochwertigen Stoffresten Schmuck herzustellen, statt sie wegzuwerfen? Die Möglichkeiten sind grenzenlos, und aus verschiedenen Materialien lassen sich tolle Produkte basteln, die nicht nur durch verschiedene geometrische Formen, sondern beispielsweise auch durch kontrastreiche Nähte oder offene Schnittkanten zu einem echten Blickfang werden.

 

  • ·Du hast alte Gürtel übrig, für die du keine Verwendung mehr findest? Sie eignen sich, je nach Farbe und Maßen, super für verschiedene Taschen. Beim Herstellen von Handtaschen oder Shopping-Bags kannst du außerdem das Innenfutter und die Reißverschlüsse alter Produkte für ein komplettes Upcycling-Projekt benutzen.

 

  • ·Filzhüte, für die es keine Verwendung mehr zu geben scheint, eignen sich hervorragend für Allerlei, etwa für Schuhsohlen, Pfannen-Untersätze oder Topflappen. Letztere lassen sich auch einfach aus Rohren alter Socken basteln, indem du sie in viereckige Lappen schneidest, doppelt fasst und mit Wolle umhäkelst.

 

Secondhand und „Abfallprodukte“ als Rohstoff

Das Upcycling bietet sich aufgrund der endlosen Möglichkeiten zum Experimentieren an. Sieh dir deine Kleidung beim nächsten Aussortieren einmal genauer an und lass dich inspirieren: Jeans, einfache Blusen aus dem vorletzten Jahr, Halstücher und vieles mehr lassen sich zu innovativen Kleidungsstücken, Taschen oder Schmuck weiterverarbeiten, und das oftmals sogar ohne allzu großen Aufwand. Du kannst neben angesammelten Textilresten sogar andere Abfallprodukte verwenden, zum Beispiel Strickprodukte mit alten Plastiktüten verschmelzen, und daraus etwa ein alltagstaugliches Kleid zaubern. Die kreativen Produkte verraten nichts über den „Upcycling-Hintergrund“ und ziehen dennoch die Blicke auf sich. Wenn du gerne nähst, kannst du deine alte Kleidung, Bettwäsche oder Knöpfe durch das Upcycling vor dem Alt-Kleider-Container bewahren und gebrauchte Materialien oder alte Stoffe ressourcenschonend zu tollen Produkten verarbeiten.

Bildnachweis:

Das Bild Week 9: Bam! Bloomers! stammt von J. Whyte und wurde unter der Creative Commons Lizenz veröffentlicht.

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